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09.02.2012, 22:00 Uhr
Ein Zeugnis für Frau Löhrmann
Schüler Union schreibt NRW-Schulministerin ein Halbjahreszeugnis
Die Schüler Union (SU) NRW hat der Schulministerin ein Zeugnis ausgestellt. In  einem offenen Brief an Sylvia Löhrmann werden schulpolitische Ereignisse des letzten Halbjahres reflektiert. 




 



Düsseldorf - Die SU NRW bewertet die parteiübergreifende Aktion „Kurze Beine, kurze Wege“ zur Erhaltung von Grundschulen in kleinen Kommunen positiv. Auch der Schulkonsens, mit dem das Ende der Strukturdebatten einhergeht, wird begrüßt. „Jedoch bedarf es einer besseren Umsetzung bei der Einführung von Sekundarschulen. Die Bedenken von Direktoren, Lehrern und Schülervertretern werden bisher nicht berücksichtigt,“  kritisiert die Landesvorsitzende Johanna Stowermann.

 

Im besonderen Maße wird das Hin und Her der Schulministerin bemängelt, welches sich in vielen nicht gründlich durchdachten Beschlüssen zeigt, wie dem der Zeugnisvergabe nach der sechsten Stunde. Erst nach Protesten aus der Schüler- und Lehrerschaft hatte sie diesen Beschluss wieder zurückgezogen.

 

Ebenso führt die Aufhebung der von der schwarz-gelben Vorgängerregierung eingeführten Ziffernotenpflicht ab der dritten Klasse zu großen Verwirrungen unter Eltern, Lehrern und Schülern. „Dies ist ein gewaltiger Rückfall in eine veraltete und unübersichtliche Bildungspolitik, die den Ansprüchen der heutigen Leistungsgesellschaft nicht gerecht wird,“ betont die Landesvorsitzende.

 
Auch das Versagen bei der fristgerechten Umsetzung einiger Punkte, wie dem der Inklusion, wird angesprochen: Obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention schon seit 2009 geltendes deutsches Recht ist, wurde sie in NRW bis jetzt noch nicht politisch umgesetzt. 

„Wir haben Schulministerin Löhrmann ein Zeugnis geschrieben, um ihr einmal vor Augen zu führen, dass sie im letzten Schulhalbjahr grundlegende Punkte oftmals nicht durchdacht hat. Die SU NRW fordert Frau Löhrmann auf, ihre Entscheidungen zukünftig besser abzuwägen und Eltern-, Lehrer- und Schülermeinungen einzuholen, um das ständige Hin und Her durch eine geradlinige, zweckdienliche Schulpolitik zu ersetzen,“ so Stowermann abschließend.